Kochen ohne Klimasünden

Nachhaltige Lebensmittel: Produkte

Mittlerweile wissen wir, dass unser Klima stark durch unsere Ernährung beeinflusst wird. Bis zu einem Fünftel der CO2 Emissionen, lassen sich auf die Ernährung zurückführen. Um dem entgegenzuwirken, bringen wir dir alles bei, was du über nachhaltige Lebensmittel wissen musst.

Nachhaltige Lebensmittel

Lokale Produkte

Über regionale Lebensmittel brauche ich mit Sicherheit nicht viel schreiben. Du brauchst keine Tomaten aus Marokko, Oliven aus Griechenland oder Erdbeeren aus China. Die Umwelt wird dir danken, wenn deine Früchte aus Deutschland kommen oder du außerhalb der Saison einfach mal darauf verzichtest.

Weniger Milchprodukte

Kühe aus Massentierhaltung setzen nicht nur Unmengen an Methan frei, die Produktion der Milchprodukte sorgt ebenfalls für eine schlechte CO2 Bilanz. Demnach solltest du auf Milchprodukte eher verzichten.

Margarine ist zum Beispiel eine perfekte alternative zu Butter. Ich persönlich kann eh keinen Unterschied schmecken. Die CO2 Emissionen sehen jedenfalls wesentlich besser aus, als bei Butter. Den Kühen tust du auch einen Gefallen, wenn du lieber Margarine statt Butter kaufst.

Darüber hinaus kannst du Kuhmilch wunderbar durch Hafermilch ersetzten. Der Hafer stammt meist aus dem heimischen Anbau und hat keine langen Transportwege. Alternativ kannst du auch Soja oder Mandelmilch wählen. Dabei solltest du aber unbedingt auf das Herkunftsland achten! Die Produkte sollten auf keinen Fall aus dem Ausland stammen.

Selbstgebackene Brötchen / Brote oder Pizzen

Weißt du woher die Brötchen aus dem Supermarkt eigentlich kommen? Oder die Brötchen von den Bäckereien? Ich auch nicht. Und verraten wollen die Unternehmen das meistens nicht. Teilweise stammen die Backwaren aber aus Polen oder sogar aus China. Sie machen die weite Reise bis in unsere Supermärkte.

Fakt ist: Du kannst dir Brötchen, Pizza oder Brot ganz leicht selbst backen. Die Arbeit erledigt sowieso der Backofen, also stell dich mal nicht so an! Während der Zubereitung wird der Backofen auch keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel in deinen Teig rühren, das verspreche ich dir.

Nachhaltige Lebensmittel statt exotischer Früchte

Avocados hatten eine Zeit lang einen richtigen Hype. Jeder musste sich natürlich sofort Avocados aufs Brot, auf den Burger oder ins Gesicht schmieren. Cool sein ist alles. Aber Hauptsache die Umwelt komplett vergessen. Für zweieinhalb Avocados benötigt man 1000 Liter Wasser. Dann werden die Avocados nicht mal vollständig genutzt und die Hälfte wird weggeworfen. Als wäre das nicht schon die Höhe… aber nein, dann werden die Avocados auch noch durch die halbe Welt kutschiert.

Diesen Hype durchlaufen zahlreiche exotische Lebensmittel. Aber probiere doch stattdessen mal lokale Nüsse oder Früchte aus. Die kann man auch zerkleinern und pürieren. Dann eignen sie sich ideal als Gewürz oder sogar als Aufstrich. Vitamine, Fette und Eiweiß erhältst du gratis dazu.

Wasser aus dem Kran

Bevor du losläufst und wieder Kisten bis in den dritten Stock schleppst, probiere es doch einfach mal mit dem Wasserhahn. Abgefülltes Wasser wird teilweise aus dem Ausland importiert. Dabei können wir in Deutschland kaum über die Wasserqualität klagen. Also wieso nicht gleich aus dem Wasserhahn trinken? Das ist besser für deinen Geldbeutel und für unser geliebtes Klima.

Weniger Fleisch

Am besten wäre es natürlich gar kein Fleisch zu essen. Weniger Fleisch zu essen ist aber definitiv ein Anfang. Zwischendurch ein Spiegelei statt einem saftigen Steak wird deinem Körper nicht schaden. Oder aber, du verzichtest mehr und mehr auf Rindfleisch & Schwein und isst dafür mehr Geflügel. Dadurch kannst du deine Emissionen zumindest mindern.

Für den Futteranbau werden teilweise riesige Waldflächen gerodet und das Futter wird dann aus unterschiedlichen Ländern importiert. Bio-Produkte haben in der Regel eine niedrigere CO2 Bilanz, als normales Fleisch. Den höheren Preis sollte man daher in Kauf nehmen.

Kartoffeln > Reis

Ich bin zwar selbst ein Fan von Reisgerichten, allerdings ist der Reisanbau ein richtiger Übeltäter. Sowohl für den Ackerboden, als auch beim Wasserverbrauch oder auch in der CO2 Bilanz schneidet Reis im Gegensatz zu Kartoffeln eher schlecht ab. Behalte dir den Fakt als Motivation im Hinterkopf, falls du mal wieder Kartoffeln schälst.

Nachhaltige Lebensmittel

Warum überhaupt kaufen?

Die Frage habe ich mir mehrfach gestellt und ich bin teilweise sogar enttäuscht von mir selbst. Wir sind meist nicht mehr in der Lage die kleinsten Aufgaben selbst zu erledigen. Wir müssen immer nur kaufen, kaufen und kaufen. Inzwischen gilt das längst nicht mehr allein für Klamotten, Möbel oder Autos. Mittlerweile wird jeder Furz gekauft. Selbst wenn man in zwei Minuten was eigenes zaubern könnte, nimmt man lieber eine Dienstleistung in Anspruch oder kauft sich etwas Neues. Die Leute müssen wieder unabhängiger werden und selbst Hand anlegen.

Selbst anbauen

Nachwachsende Gemüsesorten gibt es in Unmengen! Lass doch deinen „Biomüll“ mit einfachen Mitteln wieder nachwachsen. Dafür brauchst du nur Erde, Sonne und etwas Wasser. Dann kannst du das ganze Jahr über deine eigenen Produkte anpflanzen und hast damit weniger Aufwand, als mit dem wöchentlichen Einkauf. Und ganz davon abgesehen: du brauchst dir keine Sorgen über Pestizide, Insektizide oder andere Giftstoffe machen. Du weißt ganz genau, wo dein Gemüse herkommt und was drin ist.

Tiere halten

Wer ein Grundstück mit ausreichender Fläche besitzt, kann auch eigene Tiere halten. Wieso soll dein Fleisch unbedingt vom Metzger oder die Milch vom Bauern kommen? Früher wurden Tiere ebenfalls privat gehalten. Kleintiere, wie Hühner und Kaninchen, dürfen sogar ohne Bedenken in Wohngebieten gehalten werden.

Das dazu nötige Fachwissen kannst du dir im Laufe der Zeit aneignen. Obendrein verzichtest du auf Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel, die den tierischen Produkten für gewöhnlich beigemischt werden.

Selber Kochen

Du musst nicht jede Woche oder gar jeden Tag essen gehen. Mit den eigenen Produkten kannst du auch wunderbar selbst kochen. Dann lernst du das essen gehen auch mal wieder zu schätzen und gibst nicht bei jeder Mahlzeit Geld aus.

Außerdem musst du nicht mehr unnötig zum nächsten Drive-In oder Restaurant fahren und sparst so eine Menge CO2 ein. Von den gut beheizten Räumen im Restaurant mal ganz abgesehen. Zusätzlich kannst du dir beim Kochen selbst aussuchen, wie nachhaltig dein Essen sein wird.

Verzicht auf Tiefkühlkost

Wenn es um nachhaltige Lebensmittel geht, dann sind Tiefkühlgerichte das absolute Gegenteil davon. Die Verarbeitung, der Transport und die anschließende Kühlung verbrauchen wesentlich mehr Energie, als normale Produkte.

Und seien wir ehrlich: überwiegend sind Tiefkühlgerichte auch schlecht für deine Gesundheit. Vor allem auf Tiefkühlgemüse kannst du getrost verzichten und dir lieber selber etwas anbauen.

Weitere Infos:

Über den Link kannst du noch mehr über den CO2 Fußabdruck von Lebensmitteln erfahren.